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Recruiting & Praxismanagement

Stellenanzeigen in Logopädie, Ergo- und Physiotherapie: Was wirklich Bewerbungen bringt

Warum viele Anzeigen ins Leere laufen – und worauf es heute ankommt

Stellen gibt es genug. Was fehlt, sind Anzeigen, die einer Bewerberin oder einem Bewerber wirklich sagen, woran sie sind. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Anzeige aufgebaut sein sollte – anhand von fünf Fragen, die jede gute Stellenanzeige beantwortet.

Von Ralph Fröhlich · Juni 2026 · ca. 9 Min. Lesezeit

280 Tage

So lange bleibt eine Physiotherapie-Stelle im Schnitt unbesetzt. Die Gründe sind vielfältig – der Fachkräftemangel steht an erster Stelle. Aber im Wettbewerb um knappe Fachkräfte kann eine durchdachte Anzeige den Unterschied machen: Sie zeigt, wie ehrlich und konkret eine Praxis über sich Auskunft gibt.

Wer schon einmal eine Stelle ausgeschrieben hat, kennt das: Die Anzeige läuft seit Wochen, die Bewerbungen bleiben aus oder passen nicht, im Therapieplan fehlt eine Kollegin, die Patient:innen warten länger. Die naheliegende Erklärung – „es gibt halt keine Leute“ – stimmt nur halb. Es gibt wenige Leute, das ist richtig. Aber die wenigen, die suchen, lesen Anzeigen sehr genau.

Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie gehören seit Jahren zu den größten Engpassberufen Deutschlands. Das verschiebt die Verhandlungsposition: Nicht die Bewerber:innen müssen überzeugen, sondern die Praxen. Und der erste – oft einzige – Eindruck entsteht über die Stellenanzeige. Sie ist kein Formalakt, sondern die Visitenkarte der Praxis.

Drei Berufe, ein Engpass

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht jährlich, wie lange offene Stellen im Schnitt unbesetzt bleiben. Für die Therapieberufe sind die Zahlen seit Jahren hoch.

Physiotherapie

280

Tage Ø Vakanzzeit

Eine der längsten Vakanzzeiten aller Spezialistenberufe – und sie steigt weiter. 2023 lag der Wert noch bei 253 Tagen.

Ergotherapie

106

Tage Ø unbesetzt

Kürzer als in Physio- und Logopädie, aber mit über drei Monaten immer noch deutlich zu lang. Der Nachwuchs reicht nicht.

Logopädie

248

Tage Ø Vakanzzeit

Stellen bleiben oft über sechs Monate offen. Die Folge sind längere Wartezeiten für Patient:innen.

Im Wettbewerb um diese wenigen Fachkräfte zählt jedes Detail. Wer in seiner Anzeige präzise beschreibt, was die Stelle ausmacht, hat einen Vorsprung gegenüber den vielen Anzeigen, die im Ungefähren bleiben.

Warum sich die Anzeige auf einer branchenspezifischen Jobbörse lohnt

Immer wieder taucht die Frage auf, ob soziale Netzwerke die klassische Jobbörse nicht längst abgelöst haben. In spezialisierten Therapieberufen ist das nicht der Fall – aus drei nachvollziehbaren Gründen.

Erstens sucht, wer als Logopäd:in oder Ergotherapeut:in einen Job sucht, gezielt: Beruf eingeben, Region eingeben, Treffer sichten. Diese klare Suchabsicht bildet eine spezialisierte Jobbörse präziser ab als ein allgemeines Netzwerk. Zweitens ist die Zielgruppe überschaubar – die Berufsgruppen sind klein, die Netzwerke eng. Auf einer branchenspezifischen Jobbörse landet die Anzeige bei Menschen, die per Definition zur Zielgruppe gehören, statt zwischen Stellen aus völlig anderen Branchen zu verschwimmen. Drittens baut sich die Sichtbarkeit einer etablierten Jobbörse in Suchmaschinen über Jahre auf; eine neue eigene Karriereseite muss dieses Gewicht erst erarbeiten.

Das heißt nicht, dass Social Media keine Rolle spielt. Aber als Fundament eignet sich eine Jobbörse besser, die ausschließlich für Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie gemacht ist – Social Media kann es ergänzen.

Fünf Fragen, die jede Stellenanzeige beantwortet

Eine gute Stellenanzeige hat einen klaren inhaltlichen Aufbau. Im Kern beantwortet sie fünf Fragen – in dieser Reihenfolge ergeben sie eine vollständige, gut lesbare Anzeige.

1

Wer seid ihr? – Das Praxisprofil

Bevor jemand einschätzen kann, ob er zu euch passt, muss er ein Bild von euch bekommen. Das ist der Teil, in dem die meisten Anzeigen zu kurz greifen: ein, zwei Sätze, ein paar Adjektive – und schon geht es zur Aufgabenbeschreibung. Dabei ist gerade hier der Raum, um sich von anderen Praxen zu unterscheiden. Denn fachlich ähneln sich viele; was eine Praxis wirklich ausmacht, ist die Art, wie dort gearbeitet wird.

Erzählt also etwas über euch. Nicht im Sinne von Werbung, sondern als ehrliche Selbstauskunft: Wie ist das Team zusammengesetzt – Größe, Berufsgruppen, Altersmix? Wie geht ihr miteinander um, wie trefft ihr Entscheidungen, wie läuft die Einarbeitung? Was ist euch als Praxisinhaber:in wichtig – in der Arbeit mit Patient:innen wie im Umgang im Team? Und was unterscheidet euren Alltag von dem in der Praxis zwei Straßen weiter?

Konkret können in eine Praxisbeschreibung gehören:

  • Das Team: Größe, vertretene Berufsgruppen, Altersmix, wie lange Kolleg:innen schon dabei sind
  • Die fachliche Ausrichtung: Schwerpunkte, Patientengruppen, besondere Methoden oder Spezialisierungen
  • Die Teamkultur: Wie ihr zusammenarbeitet, wie offen Entscheidungen getroffen werden, ob es feste Teamzeiten, Fallbesprechungen oder Supervision gibt
  • Die Haltung der Inhaber:innen: Was euch in der therapeutischen Arbeit wichtig ist und wie ihr Mitarbeitende führen wollt
  • Das Besondere: Was eure Praxis von anderen abhebt – eine Geschichte, ein Anspruch, eine Atmosphäre, die Räume, die Lage

Je konkreter und persönlicher diese Beschreibung ausfällt, desto eher fühlen sich die Menschen angesprochen, die wirklich zu euch passen – und das ist am Ende wichtiger als möglichst viele Bewerbungen.

Sagt nichts

„Wir sind ein junges, engagiertes Team in einer modernen Praxis mit familiärem Betriebsklima.“

Sagt etwas

„Wir sind vier Logopäd:innen und eine Ergotherapeutin, im Schnitt seit sechs Jahren zusammen. Schwerpunkt pädiatrische Sprachtherapie und Neuro-Reha. Uns ist wichtig, dass Therapie nicht im Akkord läuft – feste Doku-Zeiten und monatliche Supervision gehören dazu.“

2

Wen sucht ihr? – Die Stellenbeschreibung

Was genau soll die neue Kollegin tun? Welche Patientengruppen, welche Störungsbilder, welcher Anteil Hausbesuche? Wie sind die Arbeitszeiten geregelt – Teil- oder Vollzeit allein reicht nicht. Wichtig sind die Punkte, an denen sich in Therapieberufen die Spreu vom Weizen trennt: Wird Dokumentations- und Vorbereitungszeit innerhalb der Arbeitszeit erledigt? Wie lang sind die Behandlungseinheiten getaktet? Gibt es Spät- oder Wochenenddienste? Wer hier offen schreibt, zeigt, dass die Praxis ihre eigenen Abläufe kennt.

3

Was erwartet ihr? – Das Anforderungsprofil

Trennt sauber zwischen dem, was wirklich nötig ist, und dem, was schön wäre. Eine lange Liste vermeintlicher Muss-Kriterien schreckt vor allem Berufseinsteiger:innen ab, die ihr eigentlich gern einarbeiten würdet. Zwei kurze Blöcke reichen: „Das solltest du mitbringen“ (echte Voraussetzungen) und „Schön wäre außerdem“ (Zusatzqualifikationen, Erfahrung in bestimmten Bereichen).

4

Was bietet ihr? – Die Leistungen

Was bekommt jemand, der bei euch anfängt? Jobticket, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten, ein konkretes Fortbildungsbudget – gerade für Berufseinsteiger:innen sind Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten oft ausschlaggebend. Entscheidend ist auch hier: konkret statt allgemein. „Gute Work-Life-Balance“ sagt nichts; was das im Alltag bedeutet, sagt viel. Weil bei diesem Punkt am meisten falsch gemacht wird, lohnt sich ein genauerer Blick – dazu mehr weiter unten.

Ein Punkt gehört auf jeden Fall in die Anzeige: das Gehalt. Seit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist die Angabe einer Gehaltsspanne oder eines Einstiegsgehalts ohnehin Pflicht – was das genau bedeutet, steht im Beitrag „Gehalt auf den Tisch“. In der Logopädie ist es zusätzlich üblich, den Stundenlohn anzugeben, weil sich Stellen so über unterschiedliche Wochenstunden hinweg besser vergleichen lassen. Welche Werte 2026 marktüblich sind, zeigt der Beitrag „Was verdienen Logopäden wirklich?“

5

Wie kann man sich bewerben? – Das Bewerbungsverfahren

Therapeut:innen bewerben sich selten am Schreibtisch, sondern oft zwischen zwei Behandlungen per Smartphone. Ein langer Online-Fragebogen mit Pflichtfeldern und PDF-Upload erzeugt Reibung und kostet Bewerbungen. Besser ist ein niedrigschwelliger erster Kontakt: ein kurzer Anruf, eine Nachricht, gern auch per Messenger. Wichtig ist eine konkrete Ansprechperson mit Namen – das wirkt verbindlicher als eine anonyme Sammeladresse.

Fotos sagen mehr als Beschreibungen

Ein Punkt, der häufig fehlt: echte Fotos. Bilder der Räumlichkeiten und des Teams geben einen Eindruck, den keine Beschreibung ersetzt. Wer sehen kann, wie die Praxis aussieht und wer dort arbeitet, kann sich besser vorstellen, ob er dorthin passt. Das müssen keine professionellen Aufnahmen sein – authentische Bilder wirken oft glaubwürdiger als Hochglanz.

Leistungen richtig benennen

Zurück zu dem Punkt, bei dem am meisten falsch gemacht wird. Der Unterschied zwischen einer Leistung, die zieht, und einer, die verpufft, liegt fast immer in der Konkretheit. Dasselbe Versprechen, einmal als Floskel und einmal als nachprüfbare Angabe:

Zu vage

„Gute Work-Life-Balance“

Konkret

30 Tage Urlaub · keine Überstunden, andernfalls Abbau binnen 4 Wochen · 2 Tage Homeoffice möglich · Gleitzeit 6–18 Uhr · Sabbatical nach 5 Jahren · 2 Wochen bezahlter Sonderurlaub bei Geburt

Standard-Leistungen weglassen

Nicht jede Leistung gehört in die Anzeige. Dinge, die Bewerbende ohnehin voraussetzen – kostenloser Kaffee, der obligatorische Obstkorb –, sollten besser nicht als Benefit auftauchen. Nicht nur, weil sie niemanden mehr beeindrucken, sondern weil sie kontraproduktiv wirken können: Wer den Obstkorb als Vorteil aufführt, weckt den Verdacht, dass darüber hinaus wenig kommt. Die ehrlicheren, oft wirkungsvolleren Argumente sind ohnehin andere – bezahlte Dokumentationszeit, ein konkretes Fortbildungsbudget, verlässliche Arbeitszeiten.

Auf Eintrittsanreize konzentrieren

Ein durchdachtes Leistungssystem unterscheidet zwischen Eintrittsanreizen, Leistungsanreizen und Bindungsanreizen. In der Stellenanzeige geht es einzig um den Eintritt – darum, jemanden zu überzeugen, sich zu bewerben. Anreize, die später im Job motivieren oder bestehende Mitarbeitende halten sollen, gehören nicht hierher. Sie verwässern die Botschaft und lenken vom Wesentlichen ab: Was bekommt jemand, der bei euch anfängt?

Häufige Fehler

×
Anforderungsliste zu lang

Niemand erfüllt 15 Muss-Kriterien. Trennt klar zwischen echten Voraussetzungen und Wünschenswertem.

×
Kein Gehalt genannt

Anzeigen mit Gehaltsangabe bekommen mehr Bewerbungen – und seit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist die Angabe ohnehin Pflicht. Eine Spanne genügt.

×
Floskeln statt Fakten

„Wir suchen jemanden, der zu uns passt“ sagt nichts. Beschreibt konkret: Teamgröße, Altersmix, wie ein typischer Tag abläuft.

×
Keine Angaben zum Standort

Anbindung an Bus, Bahn oder Parkmöglichkeit ist gerade in Städten oft entscheidend.

×
Anonyme Ansprache

„Bewerbung an info@…“ wirkt unpersönlich. Ein Name – idealerweise mit Foto – schafft Verbindlichkeit.

×
Einmal schalten und warten

Im aktuellen Markt reicht eine passive Anzeige selten. Wiederholen, Text variieren, verschiedene Jobtitel testen.

Die Anzeige zeigt, wie ihr arbeitet

Eine Stellenanzeige ist das Erste, was eine mögliche neue Kollegin von euch sieht. Sie lässt Rückschlüsse zu – ob beabsichtigt oder nicht. Eine Anzeige, die das Gehalt verschweigt, die Anforderungen auffächert und das Bewerbungsverfahren bürokratisch hält, sendet eine Botschaft. Eine Anzeige, die klar, ehrlich und konkret ist und die Punkte benennt, die Therapeut:innen wirklich interessieren – Arbeitszeit, Entwicklung, Team, Vergütung –, sendet eine andere.

Der Aufwand lohnt sich – und fällt nur einmal an

Eine Anzeige nach diesen Punkten zu schreiben, ist Arbeit – und genau das merkt der Interessent: ob eine Anzeige schnell per Copy-and-paste entstand oder ob sich jemand Mühe gegeben hat. Eine sorgfältig gestaltete Anzeige ist die Visitenkarte eurer Praxis und zahlt sich in passenderen Bewerbungen aus.

Auf therapeutenonline.de fällt diese Arbeit nur einmal an. Ein durchdachtes Eingabeformular begleitet euch Schritt für Schritt, und nach Ablauf der Laufzeit bleibt die Anzeige auf Wunsch in eurem Kundenportal gespeichert. Bei der nächsten Vakanz beginnt ihr nicht bei null, sondern aktiviert eure bestehende Anzeige einfach erneut.

Checkliste

Vor dem nächsten Schalten kurz prüfen:

Praxisprofil mit konkreten Angaben: Größe, Schwerpunkte, Patientengruppen
Stellenbeschreibung inkl. Arbeitszeit und Regelung zur Dokumentationszeit
Anforderungen realistisch und in Muss und Kann getrennt
Leistungen konkret benannt – keine Standard-Benefits, kein Obstkorb
Gehalt oder Gehaltsrahmen genannt
Echte Fotos von Räumen und Team
Einfacher, mobilfreundlicher Bewerbungsweg mit Ansprechperson
Wiederholtes Schalten eingeplant

Nächste Stelle ausschreiben

Auf der Fachplattform für Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie erreicht eure Anzeige genau die Fachkräfte, die ihr sucht.

Über den Autor

Ralph Fröhlich

Logopäde · Gründer und Geschäftsführer therapeutenonline.de

Quelle der Vakanzzeiten: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräftemonitoring / Engpassanalyse 2024. Die Vakanzzeit misst die durchschnittliche Dauer von der gewünschten Stellenbesetzung bis zur tatsächlichen Besetzung einer gemeldeten Stelle.

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Wir freuen uns, wenn Sie uns kontaktieren:
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Mein Name ist Ralph Fröhlich – Logopäde, Gründer und Inhaber der Plattform.
Seit vielen Jahren bin ich eng mit der Ausbildung und dem Berufsalltag von Therapeutinnen und Therapeuten verbunden/vertraut.
Schon vor über 20 Jahren war der Fachkräftemangel im Therapiebereich spürbar.
Auf der Suche nach einer schnellen und effizienten Möglichkeit, Stellenangebote für unsere eigene logopädische Fachpraxis zu veröffentlichen, entstand die Idee zu einem digitalen Jobportal.
Was als spezialisierte Jobbörse unter dem Namen logojobs für Logopädinnen und Logopäden begann, hat sich in zwei Jahrzehnten zu einer der bekanntesten digitalen Plattformen für Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie entwickelt.

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Stellen gibt es genug. Was fehlt, sind Anzeigen, die einer Bewerberin oder einem Bewerber wirklich sagen, woran sie sind. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Anzeige aufgebaut sein sollte – anhand von fünf Fragen, die jede gute Stellenanzeige beantwortet.

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